Wind und Wetter passten gestern gut, sodass wir nach dem Einkaufen und Wasserbunkern zu einem Segeltrip auf dem Vätternsee starteten. Ganz im Norden gibt es ein Schärengebiet, das sehr schön sein soll und oft mit dem Stockholmer Schärengarten verglichen wird. Dort sollte es hingehen, Walter hatte die Ankerbucht schon längst ausgesucht. Im Nachhinein muss man sagen, dass das aus unserer Sicht, wenn man die schwedischen Schären an der Ostküste und an der Westküste kennt, etwas übertrieben ist. Aber gutes Marketing 😉.
Der Vätternsee ist 135 Km lang und bis zu 31 Km breit und ein Trinkwasserspeicher. Das Wasser ist glasklar und fast türkisfarben, aber auch sehr kalt, schließlich ist der See bis zu 120 m tief. Vättern auf deutsch bedeutet Wetter, also ein Wettersee. Tatsächlich ist der Wind auf dem See sehr böig und in der Richtung drehend, die Vorhersagen in den Wetterapps sind hier nicht sehr zuverlässig.
In der kleinen Ankerbucht herrscht reger Badebetrieb, als wir dort eintreffen. Das Wasser ist hier etwas wärmer, 17 Grad statt 15 in der Mitte des Sees. Das nutzen wir natürlich auch zur Abkühlung, denn es ist ziemlich warm.
In der Nacht hat der Wind wie erwartet zugenommen und die Richtung geändert, sodass wir am Morgen nicht mehr so gut geschützt liegen. Also starten wir nach dem Frühstück wieder Richtung Süden, dem Götakanal entgegen. Bei mäßigem Wind aus Südwest können wir die Hälfte der Strecke nach Karlsborg gut segeln, müssen aber dann leider mit Motor gegen Wind und Welle anstampfen. Die 20 sm schaffen wir so in fünf Stunden und legen um 16 Uhr in Karlsborg an. Allerdings fahren wir nicht durch die Brücke in den Innenhafen. Dort steht eine große Bühne, auf der ab 18:30 Uhr eine Art Götakanal-Mitsing-Musikfestival beginnt, das letzte in dieser Saison. Das ist uns dann doch zu dolle. Am Außensteg ergattern wir den letzten Platz, da ist zwar kein Strom, aber dafür Blick zum See und springende Fische.
Der Zulauf zum Festplatz im Hafen ist enorm, die Bänke schnell besetzt, Klappstühle aufgestellt und Decken hingelegt. Wir sind sehr gespannt auf die Musik, werden aber dann doch ein bisschen enttäuscht. Nur punktuell Mitsing- oder Tanzfeeling bei der überwiegend schlagermäßigen Musik mit leichtem ABBA-Touch. Schade. Aber als der schwedische Superstar Liamoo auf die Bühne kommt, ändert sich die Stimmung und es kommt Leben in das bis eben noch zurückhaltende Publikum. Die Arme fliegen nach oben und Jubel bricht aus. Jetzt fühlen wir uns auch abgeholt und wippen begeistert mit.
Später genießen wir die abendliche Stimmung auf der Salida mit einem Sundowner.























