Auf historischen Pfaden

Wenn man in Karlsborg ist, kommt man an der großen Festungsanlage nicht vorbei. 

Vor etwa 200 Jahren führte Schweden Krieg gegen Russland. Zu dieser Zeit gehörte Finnland zu Schweden. Da aber Russland den Krieg gewann, ging Finnland an Russland über. Dadurch rückte die Grenze zu Russland näher an die schwedische Hauptstadt. Für den Fall eines weiteren Krieges entschied man sich, eine Ersatzhauptstadt im Inland zu bauen, in Karlsborg. Auf einer Landzunge im Vätternsee wurde eine sehr große Festung errichtet, in die im Falle eines Krieges der König samt Regierung und der Goldschätze in Sicherheit gebracht werden sollten. Damit die Menschen auch bei einer längerfristigen Belagerung innerhalb der Festungsmauern leben konnten, wurde eine kleine Stadt mit der nötigen Infrastruktur gebaut. Da der Bau der Festung statt der geplanten 10 Jahre aber 90 Jahre dauerte, war sie bei Fertigstellung bereits veraltet und nicht mehr als Festung nutzbar. Woran erinnert mich das bloß? 😬🤭

Heute erfreuen sich Touristen und Brautpaare  an dem historischen Gemäuer, aber auch das schwedische Militär zeigt in den Anlagen Präsenz. Eine aktive Kaserne weist auf die Fortführung des militärischen Erbes hin. 

Wir besichtigen die Garnisonskirche, in der kurz darauf eine Hochzeit stattfindet. Die Damen erscheinen in luftigen Festkleidern, die Herren zum Teil in schneidiger Galauniform mit Säbel. Ich bin neugierig und warte noch 10 Minuten, um einen kurzen Blick auf die Braut zu erhaschen. 

Rund um die naturbelassene Spitze der Landzunge hat man einen wunderschönen Blick auf den Vätternsee und ein altes Leuchtfeuer.