Da es nur noch sporadisch etwas nieselt und wir noch keine Lust haben, uns in Söderköping an der Kanalpromenade den neugierigen Blicken nicht abreißender Touristenströme auszusetzen, lassen wir die Salida noch einen Tag länger im beschaulichen Hafen Mem liegen und holen die Fahrräder raus. Gestern ein erster Abstecher immer am Kanal entlang bis Söderköping, um die Lage an Schleusen und den Bootsanlegern zu sondieren und das angeblich beste Eis Schwedens zu probieren. Das ist immer noch so saulecker, wie wir es in Erinnerung haben, sodass es nicht bei dieser einen Portion bleiben wird.
Für heute haben wir uns eine kleine Rundtour ausgesucht, die an Runensteinen und einem steinzeitlichen Gräberfeld vorbeiführt. Das interessiert uns natürlich. Letztendlich waren es nur zwei Runensteine am Straßenrand, deren Zeichnungen aber noch sehr gut erhalten waren. Vielleicht auch nur gut restauriert 🤭.
Das Gräberfeld hatte irgendwie etwas mystisches an sich, lässt man die in Unmengen verteilten Schafsköttel mal beiseite. Hier und da ein Grabhügel wie überdimensionierte alte Maulwurfshügel, dazwischen künstlich abgelagerte große Steine. Dabei hatte das Areal keinen echten Waldcharakter, sondern wirkte eher wie ein alter, nicht mehr gepflegter, aber lichtdurchfluteter Park.
Der Rückweg verlief wieder über Söderköping und da wir Zeit hatten, bummelten wir ein wenig durch das Altstadtviertel mit seinen hübschen Holzhäusern und einem kleinen Fluss, dessen Bett wildromantisch bepflanzt wurde. Wie überrascht waren wir, als wir fast zufällig die Altstadt in der Altstadt entdeckten: Um ein ehemaliges Kloster herum wunderschöne kleine bewohnte Häuschen zwischen verwinkelten Gassen, aus denen fast buschweise die Stockrosen aus dem Pflaster und Kies herausragten. Zurückgeworfen ins Mittelalter. Dort werden wir in den nächsten Tagen sicher noch öfter zu finden sein, denn erst am Donnerstag kommt die Enkelbande in Söderköping an. Walter hat also noch genug Zeit, alle Ecken und Winkel des Städtchens zu erkunden, damit am Ende nicht wieder nur das Eis die einzige Erinnerung ist.
PS: Ich hatte zu Hause aus Langeweile und Stubenarrest während der großen Hitzewelle ein paar Folgen „Shopping Queen“ geguckt und erfahren, dass Badelatschen gerade ein hippes modisches Sommeraccessoire sind. Die sind auch sehr praktisch im Hafen für den Gang zum Klo. Und siehe da, gleich in der ersten Butik wurde ich fündig 😁.













