Unter der Kalmarbrücke durch, beginnt für mich ein neuer Törnabschnitt. Die schwedischen Ostschären beginnen und es gibt Ankerplätze an einsamen Inseln. Frischwasser gebunkert, frische Lebensmittel eingekauft und ab geht’s in die Wildnis. Der Anker fällt vor Storö an einer windgeschützten Bucht. Das Schlauchboot bleibt noch in der Backskiste, denn es ist schon spät und ich müsste mich durch das Unterholz durchwurschteln. Der Wind ist komplett eingeschlafen. Abends spiegeln sich die Farben der Wolken auf dem Wasser wider. Ich komme mir mit der Salida vor wie in einem Gemälde festgepinselt.
Nachts meldet sich die erste Mücke auf der Reise. Die Luken eingenetzt und das blutrünstige Biest gefangen.
Noch vor sieben lichte ich den Anker bei spiegelglatter See. Da hilft nur, den Motor anzuschmeißen und ab geht’s in das 30 Seemeilen nördlich befindliche Naturschutzgebiet Runnö. Auf der Fahrt gibt es noch einige „Sehenswürdigkeiten“ zu besichtigen, zu belauschen und zu beriechen.
In Runnö angekommen ankert auch heute kein weiteres Boot in der Bucht. Das Schlauchboot aufgepumpt und einmal quer über die Schäre gewandert. Ohne die Outdoor App hätte ich den Weg nicht gefunden. Lange Fäden von Spinnweben (wahrscheinlich noch vom letzten Jahr) und viel Windbruch versperrten am Anfang den Pfad. Aber es wurde besser und ich erreichte ein ziemlich altes, aber sehr idyllisches Feriendorf. Und erst auf dem Rückweg sah ich sie: die ersten Heidelbeeren in diesem Jahr.
Um Spinnweben und vielleicht auch Zecken loszuwerden blieb mir nichts anderes übrig, als vom Boot aus ins Wasser zu springen. Ok, wenn das Wasser zu kalt sein sollte, reicht auch eine Waschlappenwäsche. Also Kerstins Digitaltemperaturpistole herausgeholt und zu meinem Pech hatte das Wasser 18,5 Grad. Jede Ausrede dahin. Und es war so schön … Aber zum Aufwärmen wird’s heute zur „Tortilla a la Salida“ einen Kräuterschnaps geben müssen!















