Gestern Abend saß ich lange wie angewurzelt in der Plicht und konnte die Augen nicht von der Dämmerung lassen. Das Licht verpasste den vielen kleinen Untiefen (Steine im Wasser) einen roten Schatten wie ein Verandateppich. Die Vögel pfiffen und bellten z.T. rund um die einsame Bucht in Dolby Atmos Qualität. Der warme Wind schwoite das Boot um den Anker und mir war’s, dass er Sorgen wie Wolkenbündel mitnahm und weit weg über die Insel trug. Zwei Büchsen Bier sorgten ebenfalls für Tiefenentspannung.
Ab heute werden die Tage wieder kürzer.
Aber die Landschaften bleiben. Mein heutiger Ankerplatz (Stora Kronoholmen), den ich unter Segel erreichen konnte, überraschte mich positiv. Sie hat viel Fels. Ich habe mich in eine eng verminte (von Untiefen übersäte) Steinrinne gewagt und seitlich an einem steilen Felsen mit Schärennägeln festgemacht (die Festmacherleinen natürlich). Freier Blick auf den Sund. Eine kleine Lücke macht die Sicht zur „Blå Jungfrun“ frei. Sie ist für die Schweden eine berüchtigte Hexeninsel, die man Gründonnerstag tunlichst meiden sollte.
Die Schäre musste ich stellenweise erklettern. Nach dem Wetterbericht soll es nicht regnen, was wichtig wäre. Im nassen Zustand komme ich sonst nicht den Fels hoch zu den Schärennägeln, um die Leinen wieder loszumachen. Es wäre eine Rutschbahn ins Nasse. Besuch habe ich mir auf dem Boot nach der kleinen Exkursion auch „eingefangen“, nämlich 🐜. Die ganze Insel ist mit Ameisen übersäht.
Zu Futtern gab’s heute Linsen mit angebratenen Champions und Tortillastreifen, dazu eine Sahnesoße.
Echt lecker 😋.
Jetzt freue ich mich wieder auf die Abendstimmung und den Absacker.










