Jedes Ende birgt einen neuen Anfang

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

Nach einem kleinen Herbsttörn über’s Haff ins polnische Wapnica ist das Segeljahr 2026 nun zu Ende. Die Salida steht gut verpackt im Winterlager und wartet nun auf das Frühjahr 2027. Und wir überlegen, wohin es dann gehen soll …

Ich bin in diesem Jahr erst im Juli aufs Boot gestiegen und „nur“ zwei Monate mitgefahren. Walter hatte in den ersten vier Wochen Bornholm und die schwedischen Ostschären für sich alleine bzw. viel Zeit mit Tochter Paula, was er sehr genossen hat.

Mir sind zwei Monate auf dem Boot genug. Ich bin nicht so der Ankerfreund in den Schären und genieße eher die wildere Westseite Schwedens. Dazwischen lag der Götakanal, die Ost-West- Querung durch Schweden. Eine ganz andere Welt, voller Brücken, Schleusen und Schleusentreppen, sowie teils voll idyllischer Natur und im letzten Abschnitt, dem Trollhättekanal, sehr urban und industriell. Wir sind durch Gegenden in Mittelschweden gekommen, die wir sonst nicht kennengelernt hätten. Und es ist schon etwas besonderes, auf eigenem Kiel über die beiden größten Binnenseen Schwedens, den Vätternsee und den Vänern, zu segeln und dort einsame Schären und idyllische Fischerinseln zu entdecken.

Die großen Schleusentreppen waren nicht ohne und haben uns einiges abverlangt. Das Hochschleusen im ersten Abschnitt war oft ein schaukelndes und ruckelndes Wildwassererlebnis, wenn die Sturzfluten in die Schleuse strömten und man volle Konzentration und auch Kraft brauchte, um die Salida ruhig zu halten. Ganz schnell ist man sonst an ein gegenüberliegendes Boot gekracht. Bergab ging es zwar ruhiger, dafür waren die Schleusen gigantisch groß. Auch hier Adrenalin pur. So war die ganze Kanalfahrt nicht ein einziges Mal langweilig.

Besonders turbulent war natürlich die Woche mit der Enkelfamilie. Ich glaube, diese Zeit genießen wir alle sechs sehr, auch wenn es im Schiff dann etwas eng wird. Wir haben immer viel Spaß und auch Aufregung gehabt. Leider hat es den Anschein, dass Jacki seekrank wird, aber wir sind uns nicht sicher. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt. Philip möchte gerne mal ein paar Tage alleine mit Oma und Opa aufs Boot. Wir versuchen, es im nächsten Jahr zu organisieren.

Der letzte Teil der Reise führte uns quer durchs Kattegat an die dänische Küste. Ich liebe dieses Meer mit seiner türkisfarbenen Klarheit und den weit schwingenden Wellen. Dort einzutauchen ist ein Traum. In das „hyggelige“ Dänemark verliebe ich mich immer mehr, auch wenn das Wetter in der Nachsaison oft etwas ungemütlich wird. So hatten wir es auch dem „schlechten“ Wetter zu verdanken, dass wir mit dem Besuch auf Møn mit seiner gigantischen Kreideküste noch einmal ein besonderes Highlight erleben durften.

Eindrücke vom Skipper:

Wie Kerstin schon oben erwähnte, begann der Törn für mich einen Monat früher mit Tochter Paula mit Station auf Bornholm. Wie zwei alte Freunde durchforsteten wir meine Lieblingsinsel und ich genoss das „dicke Tau“ unserer Verbundenheit. Danach ging es Einhand die schwedische Ostküste hoch auf der Suche nach kleinen Schären, die ich vor 10 bis 20 Jahren angelaufen hatte und mir im Gedächtnis geblieben sind. Es war stellenweise ein Törn ins Selbst, wobei sich Boot, See und Schären als perfekten Raum erwiesen, um sich ein Stück näher zu kommen.

Aber der Mensch ist nicht für die Einsamkeit gebaut und so ging es mit Kerstin und eine gute Woche mit der Enkelfamilie ins gemeinsame Abenteuer der Schwedendurchquerung sowie der Entdeckung neuer dänischer Häfen.

Letztendlich war es keine nach Seemeilen gemessene sportlich lange Reise wie z.B. letztes Jahr. Dort stand das Ziel mehr im Fokus. Dagegen empfand ich diesen Törn positiv eingegrenzt auf die momentanen Natursichten, die uns vor allem das Wandern an den Stränden und das Fahrradfahren bescherten. Fast vier Monate auf der Salida – Null Heimweh und kein „Es reicht solangsam“! Es hätte auch länger sein können…

Unsere Reiseroute: