Wachablösung im Blogschreiben

Am Freitag kommt Kerstin mit dem Nachtzug aus Berlin nach Norrköping. Darauf freue ich mich sehr. Sie ist die Blogschreiberin und Ihr könnt sicher sein, es kommen jetzt weniger Steinbeschreibungen sondern mehr Kultur. 😊

Ein knappes Fazit für diesen ersten Monat unterwegs. Eine Woche war ich mit Tochter Paula unterwegs. Dies war eine ganz besondere Zeit für mich, sie alleine haben zu dürfen auf so einem engen Raum. Wie früher, als sie als Kind mit Papa alleine segeln ging, da Mama Wochenenddienst hatte. Die tiefe Vertrautheit hat sich über all die Jahre erhalten. Was für ein „Papasegen“.

Drei Wochen Einhand in meinen geliebten Schären in Gryt und Sankt Anna war auch so eine Reise in die Vergangenheit. Alte Bilder, die im Kopf noch vorhanden sind, ohne den Stress eines Urlaubsfensters mit älteren Augen neu zu entdecken, war einfach nur schön. In den drei Wochen lag die Salida 16 mal vor Anker zwischen Felsen mit Kiefern und Wiesen. Der Wind richtete sich zu 90% nach meinen Zielen aus. Was für eine Seltenheit beim Segeln. Weniger schön dann die Nachricht, dass unsere alte Diva Lilli sich in den Katzenhimmel verabschiedet hat. 😥

War es jetzt eine Pilgerreise oder nicht? Klare Antwort: Jain! Versuche, sich zum Positiven über mehr Reflexion zu verändern, werden im Alter schwieriger. Festgefahrene Gewohnheiten und abbauende Gedächtnisleistungen liegen u.a. dem entgegen. Aber eine gewisse Ruhe, Kontinuität und Sicherheit beim Bewältigen des Alltags glaube ich zu spüren. Langeweile? Keine Minute. Und auch die kurzen nächtlichen Schlafintervalle erzeugten keine Müdigkeit oder Lethargie tagsüber. Nur mal hin und wieder ein kleines Mittagsschläfchen im schaukelten Boot bei warmer Sonne …

Erstaunlich fand ich auch das Wollen und Genießen des langsamen Segelns. Manchmal Stunden lang zwischen 2 und 3 Knoten, dabei die Wellen und die Landschaft „bestaunen“, gaben Zufriedenheit und innere Ruhe. Fußball wurde unwichtig. Adrenalin gab es zwischendurch bei den Segelmanövern.
Kochen war Belohnung für den Tag. Und auch komisch, relativ wenig Alkohol zum „Herunterkommen“. Ein heißer Tee statt einer Büchse Bier. (Wenn meine TheaterGäng das liest, wird sie sich um mich sorgen…)

Morgen wird das Boot geputzt und dann fängt ein neuer Abschnitt an: Gemeinsam Erleben und Teilen! Denn wie sagte Philosoph Pascal: „Alleine ist der Mensch nur ein unvollkommenes Ding …“.

Danke für Euren „steinharten“ Willen zum Lesen und Bilder gucken. Hier noch mal meine Highlights in Bildern.