Die lokalen Wettervorhersagen lassen sich immer schwieriger errechnen. Habe ich vorgestern noch geschrieben, dass meine „Auẞenwinde“ für das Weitersegeln günstig sind, sitze ich heute im vollen Hafen von Nexø, und alle hoffen, dass es morgen weitergehen kann. Die Wellen sind einfach zu hoch und der Wind sehr kräftig.
So saß ich gestern also auf der Salida und meinte, mit ständigem Schauen auf die Windprognose, dem Windmesser und dem Ausguck zu den klatschenden Wellen auf die Hafenmole und Felsen, doch noch starten zu können. So kann man den Tag auch gut herum bringen. Aber das nervt. Du suchst ständig nach Alternativen für eine andere Route.
Als um 17:00 Uhr Wind und Welle schwächer wurden (vorher war nicht daran zu denken, bei diesen Wellen die Hafenausfahrt sicher zu passieren), entschied ich mich nach Simrishamn, Schweden zu segeln. Aber eine Meile aus dem Hafen heraus war klar, das würde heftig werden und ich müßte kreuzen. Kurzerhand entschied ich mich, per Landabdeckung quasi zurück zu segeln nach Nexø. Aber das waren 36 sm und ich benötigte mindestens sieben Stunden dafür. Folglich ging es in die Nacht hinein, während halb Deutschland Fussball schaute. Das witzige war (oder auch nicht), die ganze Strecke hatte ich Sichtkontakt mit NATO Warships bzw. Küstenwache.
Kurz vor 24:00 Uhr erreichte ich den Hafen. Bilder von der nächtlichen Fahrt habe ich mir verkniffen, weil ständig Gefahr einer Patenthalse bestand. Und bei der Hafeneinfahrt geht es um einige dunkle Hafenbeckenecken (Autoscheinwerfer gibt es bei den Segelbooten ja nicht, sondern nur Positionslichter).
Geteiltes Leid ist halbes Leid. So traf ich heute „unsere“ polnischen Segler wieder, die wir in Swinemünde kennengelernt hatten und drei Boote aus Ueckermünde, die nach Hause müssen. Aber – der Wind bestimmt!
Ein Frühstück mit frischen Brötchen und dänischem Joghurt hoben meine Stimmung. Die noch weiter stieg, als ich beim hiesigen Trödelladen fündig wurde.
PS: Falls ich es morgen nach Utklippan schaffe, wird’s keinen Blog geben, da es auf diesem Stück Stein im Meer kein terrestrisches Netz gibt.












