Ein ganz normaler Segleralltag

Endlich kann ich aus meiner Muschel heraus kriechen. Die gute Nachricht, der Anker hat gehalten. Der Südwind, und damit das warme Wetter, drehte mit bis 7 kn Böe nach Norden. Es kamen Kühle und Regen. Ich nutzte meinen selbstgewählten Alcatraz-Aufenthalt, um Kabel für die Tiefenanzeige zu verlegen, damit diese auch über das Bordnetz angezeigt werden kann. Die Pantrybeleuchtung funzt wieder usw. Geplant habe ich auch. Ob es klappt, werden wir sehen: Mein altes Bordfahrrad ist auf Bornholm kaputt gegangen. Das Gewinde für das Fußpedal ist herausgerissen. Ein neues Fahrrad, das zum Boot passt, ist bezahlbar nicht aufzutreiben. In Nyköping gibt’s eine Werkstatt, die alte Fahrräder recycelt. Also auf nach Nyköping, der Wind steht günstig. Zumal das jetzt die neunte Nacht vor Anker war und eine warme Dusche nicht das Schlechteste wäre.
Die Selbstversorgung mit Strom (über 2×80 Watt Solarpanel für Kühlschrank und Smartphone) sowie Wasser (130 l Tank) hat bestens geklappt.
Am Samstag sind die Schweden für’s Wochenende in die Bucht eingefallen (siehe Foto). Jetzt muss ich schauen, dass ich den Anker heraus bekomme, ohne ein fremdes Eisen mitzuziehen. 🥴

So, der Anker ist draußen. Da ich aber 30 m Kette gesteckt hatte, waren gut 20 m verschlammt. Das heißt, ein halber Meter Kette hoch, dann mit der Bürste und dem Eimer das Stück geputzt. Und das bei 20 m … Ich weiß nicht, wie viele Yachties ich mit der Aktion wach bekommen habe. 🫢

Und was noch? Die Tiefe wird zwar jetzt über das Bordnetz angezeigt, dafür rührt sich aber die Loge nicht (Geschwindigkeit und Strecke). So ein Mist, da muss ich irgend ein Steuerkabel herausgerissen haben. 🤦‍♂️

Unterwegs war ich eine Weile mit einer 40 m Ketsch auf gleicher Höhe. Klar geht da Regatta. Das Schiff hatte Vollzeug (siehe Foto), aber die Salida war ganze 0,2 Kn schneller. 💪

In Nyköping angekommen und der Code für die Dusche war nicht bei der SMS dabei nach der digitalen Bezahlerei. Also rundherum ein ganz normaler Segleralltag.