Auf der Schäre versegelt, Bullerbü und mal warten, was da kommt…

Nach dem gestrigen Blogschreiben bin ich noch mal an Land gerudert, um die Südseite von Ytterö zu durchforsten. Es gibt keine Wege dort. Bisher konnte ich mich immer auf meinen Richtungssinn verlassen. Auf dem Rückweg zum Boot durch das Unterholz musste ich im Zickzack laufen. Also wie das Kreuzen unter Segel gegen den Wind. Sumpflöcher und Felsabhänge galt es zu umgehen. Und als ich meinte, endlich die Ankerbucht erreicht zu haben, war ich am anderen Ende der Schäre angekommen. Habe ich dumm aus der Wäsche geschaut! Die Sonne war unter den Wolken auch keine Orientierungshilfe. Mit Hilfe der Marine-App fand ich schließlich die Salida. Aber vorher – volle Kanne verlaufen. 🥴

Heute ankern wir in Harstena auf der Nordseite. Sie ist vielleicht die bekannteste Insel im Archipel. Der Ort Harstena im Süden ist eine Sehenswürdigkeit mit seiner unverfälschten Schärengartenbebauung. Die ältesten Häuser sind aus dem 17. Jahrhundert. Die meisten liegen in einem Kreis rund um eine Wiese (Slätten), wo früher die Nutztiere grasten. Heute ist es ein traditionell belassenes, schwedisch gepflegtes und äußerst idyllisches Touridorf mit Stromanschluss und vielleicht drei Traktoren. Übernachtungsgäste schieben ihren Koffer mit der Schubkarre zum Haus.

Und so sind auch hier die Waldwege durch die Heidelbeersträucher hindurch. Super gut zum Laufen, das Gegenteil von gestern. Es lebe die Bequemlichkeit!

Obwohl, in meinem Falle habe ich die nicht wirklich. Salida hängt am Anker und es werden Böen bis Windstärke 7 mit Regen erwartet. Da ich den Anker mit ca. 100 kg Schub und 30 Meter Kette in den Grund einfahren konnte, bin ich sehr zuversichtlich, dass das Eisen hält. Beim Inselbäcker habe ich mich mit schwedischen Schnecken eingedeckt. Somit kann ich mich gemütlich in meine Muschel zurückziehen.

Ich erwarte also keinen Urlaubskiller wie damals am selben Ort:
Als Kerstin und ich vor ca. 20 Jahren mit der keinen Salida hier waren, machten wir mit Heckanker vor einem Felsen fest. Da gab‘s auch gut Wind. Am anderen Morgen hatte das Boot ein kleines Leck an der Bugspitze. Ich hatte zu wenig Vorleine gesteckt und das Boot ist in der Nacht gegen den Felsen geschwoit. Dies führte dazu, dass die Salida auf ihrem Trailer, zwischen zwei Bootshangern, die mit einem Blechdach verbunden waren, zum Flicken geparkt wurde. Dort wohnten wir eine Woche lang im „Salida-Wohnwagen“, der weniger idyllisch stand. Richtig laut wurde es bei Regen, wenn der auf das Blechdach trommelte.