Gestern mussten wir unseren ersten Wanderversuch abbrechen, weil uns ein Regenguss nass gemacht hat bis auf die Haut. Erst am Nachmittag konnten wir uns aus dem Boot wagen und an die Südostspitze der Insel laufen. Am Weg ein großer Mirabellenbusch, voll mit gelben süßen Früchten. Eimerchen und Jackentaschen voll ging es zurück auf die Salida Marmelade kochen.
Heute sah der Himmel auch eher trübe aus, aber wir starteten voller Optimismus und in Regenkluft gekleidet Richtung dänische Südsee. Der vorhergesagte Wind aus Süd bis Südwest sollte uns nach Faaborg bringen. Und tatsächlich klappte alles wie am Schnürchen. Wir segelten mit fünf bis sieben Knoten den meisten Regenwolken davon und legten noch vor einem Gewitter in Faaborg im Stadthafen an. Mit Blick auf den gelben Glockenturm, das Wahrzeichen der kleinen Stadt im Süden von Fünen. Dieser markante gelbe Glockenturm wurde um 1500 als Kirchturm für die alte Stadtkirche St. Nikolai errichtet. Die Kirche wurde später zugunsten der Klosterkirche Heilig Geist abgerissen, der Glockenturm aber stehen gelassen.
Als ich um 16 Uhr aus dem Boot schaute, spielten die Glocken Musik, sehr romantisch.
Die Altstadt Faaborgs zählt zu den am besten erhaltenen in Dänemark.
Wir freuen uns über den regenwolkenfreien Himmel und starten unsere Entdeckungstour. Viele alte Häuser lassen die Kamera auf Hochtouren arbeiten. Die Sonnenwärme verleitet uns zum Lille Softeis, es ist einfach das leckerste Eis in Skandinavien. In einer kleinen Straße entdecke ich einen hyggeligen, irgendwie typisch dänischen Laden, der wohl gleich schließt. Schnell schlüpfe ich hinein, ich hatte im Schaufenster viele hübsche Sachen gesehen. Mit der netten Besitzerin kamen wir schnell ins Gespräch und am Ende verließen wir den Laden mit einem „besonderen Kunstobjekt“ 😊. Überhaupt scheint es in Faaborg nur nette Menschen zu geben. Wir werden auf der Straße mit einem freundlichen „Hej“ gegrüßt und an der neuen Pfarrkirche erklärt uns ein Anwohner, dass der vor der Kirche stehende Baum fast 200 Jahre alt ist und zeigt uns die Stelle, von der wir die Kirche am besten fotografieren können.
Leider ist uns der Wettergott nicht hold und so werden wir auf dem Rückweg von heftigen Gewittern überrollt. Was soll’s, unterdessen haben wir uns (fast) daran gewöhnt.
Da das Wetter weiterhin unberechenbar bleibt und die Windböen noch zunehmen, haben wir uns für eine Tippel-Tappel-Tour durch die dänische Südsee entschieden. Kurze Strecken und keine offene See. So hoffen wir, ohne große Liegezeiten weiter Richtung Heimat voranzukommen und dabei auch noch Neues kennenzulernen.





















