Mit Gestampfe an der dänischen Ostküste längs

Gestern sind wir direkt nach der Fähre um 8 Uhr gestartet und Walter hat gleich noch im Vorhafen das Großsegel gesetzt, der Wind war günstig. Mit 4 bis 5 Windstärken und hohen Wellen empfing uns das Kattegat für unsere Querung nach Grenaa, an die Ostküste Dänemarks. 

Es war ganz schön sportlich, unter Vollzeug mal wieder nah am Wind zu segeln, knapp an den Windrädern vorbei. Teilweise über 6 Knoten Geschwindigkeit bei heftiger Welle erreichte die Salida. Mittags ließ der Wind etwas nach, aber 4 Knoten waren immer noch drin. So erreichten wir Grenaa nach 27 sm in gut 7 Stunden. Kaum hatten wir angelegt, fing es an zu regnen. Wir verzogen uns unters Verdeck und verließen das Boot nur noch, um zu duschen und uns später Pizza zu holen. Für einen Ausflug in die Stadt waren unsere Füße noch vom Vortag zu müde. 

Ein längerer Aufenthalt in Grenaa war nicht geplant, gleich heute sollte es weitergehen nach Ebeltoft. Dort wollen wir die alten Fachwerkhäuser sehen, ins Glasmuseum gehen und abends mit den Nachtwächtern durch die Stadt laufen und ihren Gesängen alter Verse lauschen. 

Morgens um 8 ist das Verdeck noch komplett nass vom gestrigen Regen und der Nacht. 

Also erstmal gemütlich Kaffee trinken. Gegen halb zehn geht’s dann los und der Wind weht leicht aus West. Das wird auf den ersten Seemeilen gemütliches Sonntagssegeln ⛵️😎, denn wir fahren südwärts die dänische Küste runter, vorbei an kilometerlangen einsamen Sandstränden. Nur ab und zu ein Haus oder ein Campingplatz.

Später ändert sich unser Kurs leicht nach Südwest und plötzlich haben wir Gegenwind. Walter schimpft laut über den Sch… Wetterbericht, der nicht stimmt, und macht den Motor an. Gut, dass es hier in Küstennähe weniger Welle gibt, das wäre sonst ein unangenehmes Gestampfe geworden. Aber als der Wind dann zunimmt (diese Prognose stimmte leider), bilden sich doch noch kabbelige Wellen, die die Salida stampfen und Wasser spritzen lassen. Als der Gegenwind für den Motor zu stark wird, entschließen wir uns zu kreuzen und sofort beginnt wieder der Segelspaß auf Kosten der Zeit. 

Am Ende sind wir von den insgesamt 28 sm gut zwei Drittel gesegelt und haben nach sieben Stunden in Ebeltoft festgemacht. Der Hafen ist schön, umrahmt von roten Holzhäusern mit Bäumchen davor. Wir machen uns einen gemütlichen Abend auf dem Boot und essen die Pizzareste von gestern.

Die Antonia-Crew hat sich gemeldet. Sie haben nördlich von Helsingør Thunfische springen gesehen. Wir sind ein bisschen neidisch (der Tipp war von mir und Walter hat mir nicht geglaubt), gönnen ihnen aber dieses Naturschauspiel von Herzen. Ich hoffe nur, dass die von Karl versprochenen Schweinswale im kleinen Belt dann auch wirklich für uns auftauchen …