Es wird immer schöner

Zwei Tage bin ich vor den schönen Felsen von Langholmen im Naturreservat Bokö-Ålö gelegen, im Blick den von der Eiszeit geschliffenen Granit/Gneis mit seinen eingebetteten Gesteinsstreifen (Pegmaritgängen). Sie bestehen aus Magma, das vor Jahrmillionen in Risse und Spalten des bereits erstarrten Gesteins eingedrungen ist und sich dort langsam auskristallisierte.

Aber den ersten Tag vor Anker hat mal wieder die Salida eingefordert. Ein Backskistenscharnier ist gebrochen. Das Original war in Västervik nicht aufzutreiben und so musste ich mit der Schlüsselfeile mühselig die Bohrungen anpassen. Neue Bohrungen ins Boot sind tabu!

Am Morgen hat mich meine Blase viel zu früh geweckt, sodass ich für die zwei Sonnenaufgangsbilder mehr als eine Stunde gebraucht habe. 🥱 Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Beim Landgang ging es dann auf erfolgreiche Steinesuch- und Fotomotiv-Aktion.

Heute trieb uns ein Gewitterwind am Heck zur nah gelegenen Gubbö-Kupa-Schäre. Aber außer einer kurzen Dusche ist es knapp an uns vorbeigezogen.

Und dann habe ich sie gefunden: Eine Schäre, an der Kerstin und ich mit der kleinen Salida vor ca. 20 Jahren vorbeigesegelt sind. Dieses kleine Stück Eiland konnte ich all die Jahre nicht vergessen. Es ist nur schwierig wegen der Fahrwasserenge und -tiefe dort anzulanden. Hab ich aber noch auf dem Plan! Aber das Wetter muss stimmen.

Gubbö-Kupa war zügig erreicht. Diese Schäre hat uns damals auch ein unvergessliches Erlebnis beschert. Am höchsten Punkt der Insel befindet sich ein großer Steinhaufen, der Anfang des 19ten Jahrundert als Navigationsmarke errichtet wurde. Es ist nicht so leicht, diesen Punkt zu erreichen. Wir schafften es damals mit viel Kletterei und Kerstin hatte ziemlich die Nase voll! Oben erwartete uns bereits eine Gruppe Schweden; deren Skipper hatte eine Thermoskanne Irish Coffee dabei.
Als er merkte, dass wir Deutsche sind, sang er uns von da oben ein Lied Namens „Guten Abend, Frau Sonne“ vor. Er hatte eine ansteckend gute Laune. Aber – der Irish Coffee war rationiert und nur Kerstin erhielt einen kleinen Becher, ich nicht! 🤨. Damit hatte sich bei ihr der anstrengende Aufstieg relativiert und ich guckte in die Röhre, äh in die Ferne.

Das habe ich auch morgen vor. Meine Büchse Bier habe ich aber im Rucksack dabei!