Zwei alte Männer und das Meer

Noch gestern trieb mich die Abendsonne zum „Alten Mann“ hoch (so wird das Navigationszeichen genannt). Da mit Salida nur noch ein Boot in der Bucht liegt, habe ich den Extrasuitefelsanleger gekapert. Von dort geht ein guter Pfad zum 30 Meter hohen Gipfel hinauf. Die Aussicht auf die vielen kleinen Außenschären, die sich am Horizont verlieren, ist einfach fantastisch.

Zurück zum Boot, ganz vertieft im Sortieren der Fotos, schimmerte es nach 22:00 Uhr rot durch die Bootsluken. Also immer noch kein Feierabend und den roten Himmel abgescannt.

Danach gab’s zur Belohnung einen gekühlten Apfelcyder mit einem Schuss Limoncello und ab in die Koje. Tägliche Blockleser*innen wissen schon, was jetzt kommt. Genau, die Morgenblase. Soll ich oder soll ich nicht … Die Neugierde war zu groß sowie die Befürchtung, was verpassen zu können. Also um 4:00 Uhr in der Frühe hoch zum „Alten Mann“.
Seit er gestern Abend mein Flöten-Geburtstagsständchen für Volker anhören musste und alle seine Steine noch stehen, habe ich ihm das „Du“ angeboten und wir zwei Alten sind jetzt befreundet. 🦭+🗿

Am Vormittag legte das zweite Boot ab. Für mich das Signal, die Bucht mit der alleinigen Salida exklusiv zu fotografieren.

Und was mache ich jetzt mit den vielen Bildern? Nach aussortieren nach dem Aussortieren … sind nur Wenige übrig geblieben. Leider hat sich Salida zu oft ins Bild hinein gemogelt. Dafür entschuldige ich mich schon mal.

Ich hoffe, dass heute Abend mal die Wolken Vorhang spielen, damit ich in aller Ruhe meinen inneren Frieden im Cider-Limoncello- Schlürfen finden kann. 😋

Nachtrag

Mit dem inneren Frieden ist es nichts geworden. Dieser Blog sollte gestern raus. Das konnte ich nicht. Unsere Katze Lilli ist gestorben. Altersschwäche, Nieren, Gewichtsverlust und die Hitze, da wollte sie nicht mehr länger unsere Diva sein. Jetzt liegt sie in ihrem Garten zu Hause begraben. Es schmerzt. Wir werden oft über sie reden und wir werden sie vermissen. Beim alten Mann habe ich mich ausgeheult. Er meinte nur, dass es für jedes Wesen einmal zu Ende geht. Die Menschen sollten lernen, es besser zu akzeptieren, um bewusster leben zu können. Sprach‘s und richtete seinen Blick über die Schären auf‘s Meer …