Wir fahren jetzt seit knapp zwei Wochen jeden Tag unsere 25 bis 35 Seemeilen nach Süden. Mit dem Nord- und Nordwestwind hat das auch gut funktioniert und wir sind viel gesegelt. Seit zwei Tagen ist das anders, denn nun läuft ständig der Motor mit und wir müssen auch wieder öfter gegen an kämpfen. Walter zieht zwar ständig das Segel hoch, aber fast immer vergeblich. Nach ein paar Minuten wird das Segel wieder eingerollt.
Übernachtet haben wir gestern in einer Ankerbucht, die nicht so ganz ideal war. Es gab Schwell, wir konnten aber nicht tiefer in die Bucht reinfahren, weil dort wieder Steine auf uns gewartet haben. Aber irgendwie ging es dann doch und die Nacht war ruhig.
Der Schären-Zickzack liegt jetzt hinter uns und wir bewegen uns auf gerader Strecke auf Gotland-Höhe. Und sofort ist Militär präsent, im Wasser und in der Luft.
Das Fahrwasser ist betonnt und führt teilweise ganz schmal zwischen Steinen hindurch. Bei schlechter Sicht möchte man hier nicht unterwegs sein.
Immer wieder überfliegen uns Düsenjets mit viel Getöse und erinnern uns, dass unsere Welt gerade keine friedliche ist. Morgen startet die Natoübung „Nothern Coast 2025“ in der westlichen und südlichen Ostsee. Das Militärgetöse wird uns also die nächsten zwei Wochen bis nach Hause begleiten – mit allen Einschränkungen für uns Segler: Funkwache, Sicherheitsabstände halten usw.
Wir steuern heute Västervik an, weil wir wieder mal etwas Infrastruktur brauchen und einen geschützten Platz für die Nacht.
Der Spaziergang durch die Stadt führte durch die City und zuerst zum Supermarkt – die frischen Vorräte mussten aufgefüllt werden. Auf dem Rückweg ließen wir uns Zeit und bummelten durch die Altstadt, vorbei an zwei Kirchen mit schönen alten Häusern und rein in einen Trödelladen. Es hat sich tatsächlich gelohnt 😉.
Die Bordküche blieb geschlossen – wir ließen uns im „Guldkant“ am Hafen lecker bekochen.
Ich habe jetzt genug von den Schären und deshalb wollen wir morgen mit nördlichen Winden nach Öland segeln. Dort können wir den wieder aufkommenden Südwind in den nächsten Tagen aussitzen und dabei mit Kontrastprogramm „Strand“ ein bisschen die Sonne genießen.





















