Schussfahrt nach Stavanger

Das war gestern die härteste Tour in diesem Jahr, ausgerechnet zu Mittsommer. Walter hatte für morgens Starkwind der Stärke 6 bis 7 in Böen recherchiert, der mittags aber abnehmen sollte. Also war erstmal ausschlafen angesagt und vorsichtshalber hatten wir auch Tananger als Zwischenziel ins Auge gefasst, falls es zu spät werden sollte. Oder wir nicht mehr können 😉

Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang auf einen Felsen, um einen prüfenden Blick auf die Nordsee zu werfen. Von Starkwind keine Spur, Wellen moderat, wir fahren jetzt los.

Allerdings sah die Wahrheit draußen auf dem Meer etwas anders aus. Der Wind nahm beständig zu, die Wellen wurden höher und der Kurs nach Nordwest ließ uns immer öfter bei achterlichem Wind mit Halsen kämpfen. Irgendwann war es nur noch kalt, regennass und schaukelig. Die Geschwindigkeit der Salida lag kontinuierlich bei 6 bis 8 Knoten, in Spitzen 10 (im zweiten Reff!), bei Windgeschwindigkeiten bis 30 Knoten.

Wir waren glücklich, als wir gegen 21 Uhr die Salida nach 49 stürmischen Seemeilen im Hafen von Stavanger sicher vertäut hatten. Die Schadensbeurteilung verschoben wir auf den nächsten Morgen.

Nach einigen kritischen Blicken konnte Walter heute Entwarnung geben, er müsste nur mal auf den Mast hoch – kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist aber nicht eilig (wird im Winter erledigt) und wir können jetzt unsere Zeit in Stavanger, dem Eingangstor zu den großen Fjorden mit den hohen Bergen genießen.

Zuerst sieht man von Stavanger die großen Kreuzfahrtschiffe AIDA und diverse andere. Diese Hochhäuser sieht man auch von fast jeder Stelle in Stavanger, sie überragen einfach alles.

Wir haben heute die historischen weißen Holzhäuser in der Alten Stadt bestaunt, ein bisschen in der City gebummelt, die ziemlich bunt daher kommt, und uns mit Infos für unsere weitere Tour eingedeckt.

Morgen wechseln wir unseren fahrbaren Untersatz und begeben uns mit dem Bus an das Basecamp des Preikestolen am Lysefjord. Wir werden zwar auch mit der Salida in den Fjord fahren, aber kraxeln kann man nur von Land aus. Eine Herausforderung anderer Art.