13 Schleusen und 16 Brücken weiter …

Davon drei Doppelschleusen und eine Schleusentreppe – die haben uns ganz schön auf Trab gehalten. Das Runterschleusen ist aber bedeutend einfacher als andersrum, da es in der Schleuse nicht so starke Wasserverwirbelungen gibt. Trotzdem ist man die ganze Zeit ziemlich angespannt. Die Brückenöffnungen geschehen wie von Zauberhand, da können sich die Holländer eine Scheibe abschneiden. 

Zwischendurch gab es Atempausen bei sonnendurchfluteter idyllischer Kanalfahrt durch Wälder, Wiesen und Felder und manchmal hatte man das Gefühl, eine Allee entlang zu fahren. Die Schweden sagen ja, dass dies der schönste Abschnitt des Kanals sei – wir stimmen dem gerne zu. Später nehmen die landwirtschaftlich genutzten Gebiete zu, die teilweise auch einen intensiven tierischen Duft verströmt haben. 

Gestern hatten wir an einem ganz kleinen Gästehafen in Jonsboda festgemacht. Außer uns lag nur noch ein weiterer Segler dort, allerdings standen auf der Wiese 50 Camper 😯. Trotzdem war es sehr idyllisch und ich habe abends ganz entspannt die Schwalben bei der Mückenjagd auf dem Kanal beobachtet. 

Heute liegen wir in Lyrestad, ein verschlafenes Nest mit ICA und alter Kirche. Die war offen und ich konnte die mit wunderschönen Schnitzereien verzierte Kanzel bewundern. Direkt am Hafen gibt es im Café ein kleines Museum, in dem eine sehr eindrucksvolle Sammlung vom Leben der Menschen hier in vergangenen Zeiten erzählt, und das ganze sogar kostenlos. 

Nach den beiden Kanaltagen haben wir nun die meiste Strecke Götakanal hinter uns. Eine letzte kurze Etappe morgen noch und wir sind in Sjötorp am Vänernsee. Dann wird es nochmal spannend, denn für uns ist das ein herausforderndes Segelrevier, das für seine steilen Wellen und steinigen Küsten bekannt ist. (Walter doktert schon seit zwei Tagen an der Route herum.)