Alle atmen auf und freuen sich über den längst überfälligen Regen und moderate Temperaturen. Weiterfahren müssen wir bei diesem Wetter nicht. Wir nehmen also unsere Regenschirme und spazieren durch Stralsund. Da muss ich an den alten DDR-Schlager denken „Regen Regen stört uns nicht, tropft er uns auch ins Gesicht … „. Den Hafen kenne ich ja aus dem Effeff, die Stadt dagegen … ich glaube es ist 20 Jahre her, dass ich durch Stralsunds Straßen gelaufen bin.
Wie fast schon erwartet stand eine lange Schlange vor dem Ozeaneum – wir wollten uns aber nicht hinten anstellen und haben verzichtet.
Die Hansestadt im Regen ist natürlich auch schön, nur die Fotos sind dann leider nicht sooo spektakulär. Besonders schön finde ich die Häuser am Alten Markt mit den typisch Hanseatischen Fassaden, deren Backsteinfronten noch das obere Stockwerk überragen, wie zum Beispiel beim alt ehrwürdigen Rathaus. In der unten eingebauten Galerie haben junge Musiker und Sänger Gelegenheit, sich ganz ungezwungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die älteste Kirche ist die St. Nikolai, die 1276 das erste Mal erwähnt wurde. Sehr schön sind die restaurierten Wandmalereien in leuchtenden Farben. Noch wird Geld gesammelt, um die Kirche komplett zu restaurieren.
Die im Jahre 1298 erstmals erwähnte St. Marienkirche gilt als das imposanteste Stralsunder Bauwerk. Im Gegensatz zur St. Nikolai kommt sie in ihrer Ausstattung eher minimalistisch daher, aber in ihrem Inneren beherbergt sie etwas ganz besonderes – das letzte Werk des berühmten Orgelbauers Friedrich Stellwagen aus Lübeck. Die 1653 – 1659 erbaute Orgel wurde während des 2. Weltkrieges glücklicherweise ausgelagert und konnte nach dem Krieg wieder hergestellt werden. Im hinteren Teil der Kirche befindet sich eine beeindruckende Ausstellung der Friedensbücherei und des Antikriegsmuseums mit vielen Fotos und Dokumentationen zur Antifa-Bewegung in der Nazizeit. Es ist schon erschreckend festzustellen, wie viele Parallelen es zur heutigen Zeit gibt.
Wir gehen davon aus, dass wir morgen weiterfahren können und mit gutem Westwind einen schönen Segeltrip über den Greifswalder Bodden erleben dürfen.




















