Lange sah es ja nicht so aus, als ob wir unser Sehnsuchtsziel Rotterdam auf dieser Tour erreichen würden. Umso glücklicher waren wir gestern, als wir in die Maas einbogen und die ersten Wolkenkratzer sehen konnten.
Schleuse und Brücken waren auf unserer Seite und bescherten uns freie Fahrt in die Rotterdam Marina. Ein Liegeplatz gegenüber „Afrika“, das muss ein gutes Omen sein 😉
Nach der gestrigen Schnuppertour mit den Rädern zur Rush Hour mitten durch die City war für mich klar: das Fahrrad bleibt heute auf dem Boot.
Der Morgenspaziergang über die weithin sichtbare rote Willemsbrücke in Richtung Stadtzentrum versetzte mich in vorfreudige Erwartung bezüglich der viel gepriesenen Highlights. Aber das erste, was einem fast den Atem verschlägt, sind die vielen architektonisch so unterschiedlichen Wolkenkratzer, Wohnhäuser und andere Bauten. Da haben sich die Rotterdamer Stadtväter einst sehr mutig für ein modernes Baukonzept entschieden, nachdem die deutsche Luftwaffe 1940 die komplette Altstadt zerstört hatte. Das Ergebnis ist wirklich sehr beeindruckend.
Natürlich wurde auch der berühmten Markthalle ein Besuch abgestattet; ich finde es aber schade, dass es sich bei diesem imposanten Gebäude, das mit seiner bunt bemalten Innenfassade besticht, fast ausschließlich um einen Fresstempel handelt. Ob den Bewohnern der oberen Etagen nicht manchmal schlecht wird von den vielen verschiedenen Essensdüften? Dafür wohnen sie in Wohnungen über Schmetterlingen, Blumen, Gemüse oder Fischen 😉
Sehr wohltuend empfand ich die grünen Inseln in der Stadt, auf die man immer wieder mehr oder weniger zufällig trifft. Nicht zu vergessen, die vielen Häfen in der City, in denen Segel- und Motorboote festgemacht haben, aber auch immer einige alte Schiffe liegen. Insbesondere der Alte Hafen ist einen Besuch wert.
Ich habe es mir nicht nehmen lassen, zum Schluss noch auf den Euromast zu fahren und die Stadt von oben zu betrachten. Schade nur, dass der Aufzug zum Space Tower in 185 m „out of order“ war. Es gab zwar eine Außengondel, die alle 7 Minuten Leute hochgebracht hat, aber die Schlange dort war mir dann doch zu lang.
Walter hat übrigens nicht auf das Fahrrad verzichtet und so haben wir die Stadt heute getrennt erobert. Interessant sind unsere verschiedenen Herangehensweisen: Ich bin mehr oder weniger planlos durchgelaufen und habe mich meistens an den touristischen Hinweisschildern orientiert, das Handy immer im Anschlag und ein Auge bei den Auslagen in den vielen Geschäften – Walter dagegen ging sehr fokussiert auf Motivsuche. Also sind auch einige Fotos in der Galerie von Walter. In einem waren wir uns einig: Rotterdam ist jung, modern, stylisch und vielfältig.
Morgen gehen wir aber wieder zusammen los, unter anderem in die Kunsthalle.









































