Auf den Spuren der Wikinger

Gestern sind wir an Grenaa und Ebeltoft, wo wir ursprünglich Halt machen wollten, vorbei gesegelt – der Wind war einfach zu gut.

Nach einer langen Etappe von 60 Seemeilen in 12 Stunden sind wir dann auf der Insel Samsö gelandet. Das Meer nennt sich hier wieder Ostsee und benimmt sich auch so. Das heißt, keine langen Surfwellen mehr, sondern kurze, kabbelige Wellen. Leider wurde der Skipper unterwegs ein paar Mal von dicken Regenwolken nass gemacht, aber zum Schluss schien die Sonne von einem blauen Himmel und tauchte Samsö in wunderschönes Licht. Schon die Anfahrt mit dem Blick auf die hügelige grüne Küste mit Kühen und Schafen drauf machte Lust auf mehr.

Samsö erhielt seinen Namen bereits in der Wikingerzeit – Sam abgeleitet von versammeln und Ö bedeutet Insel, also eine Versammlungsinsel der Wikinger.

Um diese ein wenig zu erkunden düsten wir heute mit den Fahrrädern los. Der kleine Ort Nordby bestand bereits zu Zeiten der Wikinger und bezaubert heute mit seinen gut erhaltenen, reetgedeckten Fachwerkhäusern und netten Cafés und kleinen Läden mit Produkten der Region. Softeiswaffel und Spaziergang waren natürlich inklusive.

Dann ging es weiter an die Nordspitze mit ihrem Steinstrand und einer Steilküste mit Abbruchkante, an der es Fossilien, zum Beispiel versteinerte Seeigel, geben sollte. Leider wurde der Aufenthalt dort durch ein aufziehendes Gewitter stark verkürzt, sodass wir ohne nennenswerte Fundstücke zurückkehrten. Dafür begaben wir uns noch auf die Spuren der Wikinger, die an der schmalsten Stelle der Insel zu finden waren. (Das Gewitter zog an der Insel vorbei und wir blieben trocken.)

Ursprünglich bestand Samsö aus zwei Inseln, die um Christi Geburt zusammenwuchsen und die Durchfahrt unmöglich machten. Die Verbindung zwischen Kattegat und der Bucht von Aarhus war aber wichtig genug, dass die Wikinger an der schmalsten Stelle von Samsö den Kanhave Kanal anlegten. Der Kanal war nach Westen nicht offen, sodass die Schiffe auf dem letzten Stück über Rundhölzer gezogen werden mussten. Heute ist alles wieder zugewachsen, aber man kann den ehemaligen Kanal noch gut erkennen.

Zum Abendessen gönnten wir uns dann noch ein leckeres Fischgericht in der Hafenkneipe.