Heute früh hing tatsächlich ein Fisch an der Angel. Leider war es „nur“ ein kleiner Hering, der sofort als Fischfutter für die Großen ins Meer zurückbefördert wurde.
Gestern Abend saßen wir ein bisschen ratlos im Salon und lauschten dem immer wiederkehrenden Kettenrasseln außen an der Salida. Hält der Anker? Was ist da los und vor allem: Hört das wieder auf? Ich fürchtete bereits um meinen wohlverdienten Schönheitsschlaf. Nachts um halb eins hatte Walter die Lösung: Die Ankerkette muss sich unter Wasser um einen Fels gewickelt haben und durch das Schwojen des Bootes rasselte sie immer wieder über den Stein. Es war zwar nicht zu beeinflussen, geschlafen habe ich trotzdem gut.
Der Segelplan heute ging nur teilweise auf, nach der halben Strecke drehte der Wind und ließ uns im Stich. Dafür hielt sich das Wetter, bis wir eine Seemeile vor unserem Zielhafen in Uskedalen waren – dann fing es doch wieder an zu regnen. Unterwegs begegneten wir mehr Schiffen als gedacht, die in den Hardangerfjord rein oder wieder rausfuhren. Aufpassen mussten wir auch wieder auf viele Fähren, die zwischen den Fjordseiten hin und her düsten. Beeindruckend waren die immer größer werdenden Berge, die jetzt um die 1000 m hoch sind und das eine oder andere Schneefetzelchen an ihren Flanken festhalten. In Wolken eingehüllte Gipfel und plötzlich spiegelglattes Wasser machten das Ganze noch ein bisschen mystischer.
Im Hafen von Uskedalen angekommen musste ich kurz an den Bodensee denken – unten das Wasser und oben drüber die hohen Berge 😉 Nach uns legt noch ein deutsches Boot an, ansonsten ist der Ort komplett verschlafen, kaum ein Mensch zu sehen, immer noch keine Saison. Hafengeld kommt im Umschlag in den Briefkasten …











