Zwei braune Kulleraugen über der Wasseroberfläche schauten uns an, nur für Sekunden, unser erster Seehund dieses Jahr. Und sofort flatterten Glücksgefühle durch meinen Bauch. Gerade hatten wir darüber sinniert, ob es hier vielleicht Seehunde geben könnte – wegen der vielen Fischernetze.
Die Fahrt geht heute – wieder weniger mit Segel, mehr mit Motor – durch ein Schärenlabyrinth aller feinster Urlaubsidylle und beeindruckende Mondlandschaften. Die weißen Häuser der Schärensiedlungen erinnern eher an weiße Dörfer am Mittelmehr als an Schweden.
Die Schären hier im Westen sind oft karge Felsen mit nur spärlichem oder gar keinem Bewuchs. Anders als an der Ostküste, wo die Schären meistens mit Wäldern und Wiesen bewachsen sind und die Holzhäuser bunter.
Walter meinte, erst heute richtig in den Schären angekommen zu sein, weil er den Reiz und die eigene wilde Schönheit der Westschären im Unterschied zu den Ostschären wahrgenommen hat.
Ganz weit draußen im Skagerrak konnte man mehrere riesige Arbeitsplattformen sehen, ich vermute für die Erdgasförderung.
Ich bin stark beeindruckt, wie sehr die Wassertemperatur schwankt. Wir messen heute zwischen 2 und 18 Grad, je nachdem, ob man sich am offenen Meer mit den unterschiedlich kalten oder warmen Strömungen oder geschützt zwischen den Schären befindet. An einer Stelle hat das Thermometer sogar nur 1 Grad angezeigt. Dass die Beeinflussung der Meeresströmungen durch den Menschen gravierende Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben kann, wird hier für mich realer.
Zuerst wollten wir heute in einer schönen Ankerbucht übernachten. Da der Wind aber wieder sehr ruppig daherkam, haben wir uns umentschieden und sind in einen hübschen kleinen Hafen 1,5 Seemeilen weiter gefahren.











