Strampeln zur Ostküste, um ein verlorenes Schaf auf den rechten Weg zu führen

Da ich unbedingt auch zur Ostküste Ölands wollte, haben wir heute die Fahrräder ausgepackt. Vor vielen Jahren waren wir mal mit dem Auto hier und ich hatte die Erinnerung an Küstenstreifen mit riesigen flachen, weit ins Meer reichenden Kalksteinplatten einerseits und langen Sandstränden andererseits. Nur war das eine im Südosten und das andere im Nordosten der Insel zu finden. Von Sandvik aus beides mit dem Rad an einem Tag nicht zu schaffen. Trotzdem hoffte ich, auch im näheren Umkreis eine spektakuläre Ostküste und vor allem eine Stelle für ein Bad im Meer zu finden.

Nach gut 45 km schwitzen auf dem Rad muss ich leider sagen, dass wir keinen Zugang zum Wasser, den man auch zum Schwimmen nutzen konnte, gefunden haben. Irgendwie führten alle Wege ins Nichts oder endeten an einem Zaun, hinter dem Kühe und Schafe weideten. 

In einem Schutzgebiet, das man zu Fuß erkunden konnte, wurden wir von lautem und irgendwie verzweifeltem Schafgeblöke empfangen. Was war da los? Ein einziges wunderschönes weißes und wolliges Schaf lief laut blökend zuerst auf Walter zu und ließ sich streicheln. Dann kam es auch zu mir gerannt und blökte weiter ganz aufgeregt. Wir vermuteten, dass es seine Herde verloren hatte und nun unsere Unterstützung suchte. Wir liefen los und das Schaf kam mit. Nach einer Weile sahen wir in der Ferne eine Schafherde und nach ein paar Minuten hatte auch das Schaf seine Herde entdeckt und rannte, jetzt erleichtert blökend, davon. Wir sahen uns an und freuten uns für das Schaf.

Auf unserem Weg zur Küste fuhren wir fast nur durch Ferienhaussiedlungen, erst ganz im Osten kamen wir durch  ein gewachsenes Dorf mit alten Steinhäusern und einer großen Kirche. Einzeln stehende Bauernhöfe zogen sich bis fast an die Küste – die Kühe hatten freien Strandzugang. Der war allerdings steinig, aber wie von Geisterhand fanden auch hier wieder einige Exemplare ihren Weg in die Fahrradtasche.

Zu meinem Bad im Meer kam ich dann doch noch, aber wieder an der Westküste, neben unserem Hafen in  Sandvik. Das kühle,  glasklare Wasser tat gut nach der doch recht anstrengenden Tour.