27 Seemeilen mit Umweg und Kurskorrektur

Gut, dass Walter mich vorgewarnt hatte – so konnte ich die Passage des engen Dragegets-Kanals, der angekündigte Umweg, richtig genießen. Eine herrliche Gegend, aber nicht so einsam, wie man denken könnte. Überall lugen Häuschen hinter den Bäumen hervor.

Kreuz und quer durchfuhren wir das unübersichtliche Schärengebiet, jetzt schon südlich der Stockholmer Schären. Trotzdem und sogar zum Montag waren wir nicht alleine auf dem Wasser. Immer mal ein Segel am Horizont oder ein Containerschiff am Fahrwasserkreuz. Da wir einen Umweg gefahren waren, mussten wir wieder auf die vorgegebene Route kommen. 

Das Navi zeigte plötzlich einen Kurs querab vom Fahrwasser durch steiniges Gebiet hindurch. Da uns der Wind mit 18 bis 23 Knoten 💨 sehr frisch um die Ohren pfiff und wir hart am Wind segelten, war uns das zu heikel und Walter gab dem Navi einen neuen Kurs ein. Durch die Kurskorrektur kam nochmal ein Umweg zustande, der uns weiter nach Osten brachte als gewollt. 

Entgegen der Voraussagen wurde der Wind immer stärker statt schwächer, sodass wir auf der zum Meer hin offenen Fläche ganz schön herausgefordert wurden. 

Windspitzen von 26 Knoten brachten die Salida hart am Wind ziemlich in Schieflage, da hieß es gut festhalten, das Steuer und natürlich sich selbst.Zusätzlich musste auch noch um Untiefen herumnavigiert werden. 

Nach einigen Seemeilen tauchten wir dann wieder in geschütztere Fahrwasser zwischen den Schären ein und näherten uns unserer anvisierten Ankerbucht. Beim langsamen Heranpirschen an die Uferzonen entdeckte ich auf einer Wiese liegende Tiere. Walter meinte, es wäre Kühe. Durchs Fernglas sah ich aber viele Geweihe 🫎. Also musste das Teleobjektiv ran und in der Vergrößerung waren Damhirsche zu erkennen. Elche fehlen uns also immer noch in unserer Sammlung.