Raahe bei 31 Grad

Als wir nach schweißtreibenden sechs Stunden die 25 Seemeilen ohne Wind, dafür mit Riesenschwärmen Eintagsfliegen gut überstanden hatten, waren wir froh, die Einfahrt in den Hafen erreicht zu haben. So macht das keinen Spaß!

Während der engen Ansteuerung zur Stadt wurden wir von einem Ausflugsdampfer mit „My German Friends“ über Lautsprecher und seinen winkenden Passagieren begrüßt. Ein Motorbootfahrer lüpfte sogar seinen Strohhut. Seit wir in Finnland sind, haben wir kein deutsches Boot mehr gesehen. So oft scheint sich hierher kein ausländisches Boot zu verirren, was wir eigentlich nicht nachvollziehen können, denn es ist sehr schön hier. In Kemi war nur ein einziger deutscher Segler aus Bremen im Juni eingetragen.

Klar war, dass wir bei diesen Temperaturen keine ausgedehnte Stadtbesichtigung machen würden. Im Hafen gab es Fahrräder auszuleihen (waren in der Hafengebühr inklusive), sodass wir unsere nicht auszuladen brauchten, um die knapp 3 km in die Stadt zu radeln. 

Die uns ans Herz gelegte Altstadt von Raahe ist eines der ältesten Holzviertel Finnlands und hat heute noch 152 Holzhäuser. 

Die Stadt wurde nach einem Großbrand im 19. Jahrhundert fast vollständig zerstört. Der Aufbau erfolgte nach einem von der Renaissance inspirierten Stadtplan – quadratisch, praktisch, gut. Das kennen wir ja bereits von Kemi. Nur die Birken fehlen. 

Wir besichtigten die große Granitkirche von 1912 mit einem beeindruckenden Altarbild und spazierten immer möglichst im Schatten durch die Altstadtgassen. Wichtiger als Sightseeing war die Frage, wo es leckeres Eis gibt. Die Frage haben wir dann auch zu unserer Zufriedenheit beantwortet. Zu viel mehr hat die Energie heute leider nicht gereicht. Morgen haben wir eine etwas längere Strecke vor uns und wollen ganz früh los.