Hailuoto – das Hiddensee vom Bottenwiek

Ohne die skandinavische Landhebung würde auch Hailuoto, die größte Insel in der Bottenwiek, gar nicht existieren. Hailuoto entstand aus drei Sandbänken, die erst vor etwa 2000 Jahren über dem Wasser auftauchten, und verfügt über Finnlands nördlichste aktive Dünenlandschaft.

Es ist schon ein Unterschied, hier Fahrrad zu fahren, man kommt sich fast vor wie auf Hiddensee, so sandig sind manche Wege. 

Ein Drittel der Insel ist Vogelschutzgebiet. Hailuoto ist mit ca. 960 Inselbewohnern die einzige ganzjährig bewohnte finnische Insel nördlich von Åland, die keine feste Verbindung mit dem Festland hat. Aber es gibt eine kostenlose Fähre zum Festland, die die Insel mit der Straße zum 50 km entfernten Oulu verbindet.

Weithin sichtbar ist der weiße Leuchtturm, das Wahrzeichen von Marjaniemi, und auch für uns das erste, was wir von der Insel wahrnahmen.

Auf unserer Radtour heute kamen wir an einer extravaganten Kirche im Finnhüttenstil vorbei. Sie scheint als eine Art Treffpunkt für Kulturschaffende der Insel zu fungieren, bis das geplante Kulturzentrum fertiggestellt ist.

In einer kleinen Inselbrauerei ein paar Kilometer weiter wird echt leckeres Bier gebraut. Wir wussten gar nicht, welche der angebotenen sieben Sorten wir zuerst probieren sollten, aber wir wollten auch nicht versumpfen …

Unser Ziel war ein sogenanntes Organum am anderen Ende der Insel. Ich konnte mir erstmal nicht viel darunter vorstellen, aber Fotos hatten mich neugierig gemacht.

Hailuoto Organum ist ein spezielles Raumkunstwerk. Die Skulptur besteht aus drei miteinander verbundenen Kuppeln unterschiedlicher Größe. Jede Kuppel hat eine eigene Resonanz, die einem Ton entspricht und als natürlicher Klangverstärker fungiert. Naja, das ist die Theorie, Walter hat es natürlich gleich ausprobiert 🤣.

Morgen wollen wir einem Tipp des netten Bootsnachbarn von gestern nachgehen und das 25 Seemeilen entfernte  Raahe ansteuern. Das hatten wir gar nicht auf dem Schirm und sind jetzt natürlich neugierig, was wir dort vorfinden.

Die Sonne verwöhnt uns noch immer, die Ostsee hier oben hat 23 Grad und der Wind weht nur schwach aus allen möglichen Richtungen. Nicht gut für‘s Segeln ⛵️, aber sehr gut für Urlaub⛱️.

Der Künstler in Aktion: