Von Hafenkino in Kiel über NOK und Elbe bis Cuxhaven

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Die Sonne war uns hold, der Wind eher nicht, und so legten wir die Strecke von Burgtiefe nach Kiel zunächst unter Motor, später aber dann doch noch segelnd zurück. Unterwegs immer der Blick in Richtung Küste, aber wirklich viel zu sehen gab es nicht. Das änderte sich erst mit der Einfahrt in die Kieler Förde. Plötzlich waren wir von Booten und Schiffen umgeben – es wimmelte und wuselte nur so auf dem Wasser herum. Die Kieler Woche hat viele Wassersportler, Segelfreunde und Touristen in die Bucht gelockt. Wir suchten unseren Warteplatz Holtenau und machten hinter den großen Dreimastern fest. Walter hatte den Funk an und wir verfolgten gespannt die Ansagen zur Einschleusung in den Nord-Ostsee-Kanal. Da es schon früher Abend war beschlossen wir, erst am nächsten Morgen weiterzufahren. Von unserem Liegeplatz hatten wir einen tollen Blick auf die Schleuse und konnten die ein- und ausfahrenden Schiffe gut beobachten. Hafenkino vom Feinsten. 

Am nächsten Morgen um 8 hieß es dann für uns „Ab in die Schleuse und in den Nord-Ostsee-Kanal!“

Nach zwei großen Frachtern fuhren wir in die Schleuse rein. Man muss flott fahren, um nicht vom Schraubenwasser der Großen abgetrieben zu werden. Aber man muss dann auch schnell abbremsen, um zwischen den zwei Pötten anzulegen. Dafür braucht man den Rückwärtsgang, und der ging dummerweise wiedermal nicht rein. Ich stand vorne und sah uns auf das Heck des ersten Frachters zurasen. Der Schleusenwärter drehte fast durch – ich auch, vor Angst. Letzendlich ging der Rückwärtsgang dann doch rein und wir konnten festmachen. Wir sollten das dringend in Cuxhaven vor der Weiterfahrt in Ordnung bringen lassen. (Update: Walter hat mal wieder einen „Bedienungstrick für die Gangschaltung“ und will in Holland die C-Yachtwerft anlaufen – dort wurde die Salida gebaut).

Die Kanalfahrt selber ist ziemlich unspektakulär. Man hat entweder Schiffe, Fähren oder Geflügel vor oder hinter sich im Wasser. Stundenlang unter Motor geradeaus ist langweilig. Die Sonne brennt und wie fahren mit seitlich offenem Verdeck, um Schatten und einen milden Luftzug zu haben. Auf dem Deck kann man nicht mehr barfuß gehen, es hat knapp 60 Grad. In der Kajüte sind 35 Grad. Die Temperaturen in Norwegen waren da netter. Jetzt hängen wir an Kilometer 20,6 an zwei Dalben für die Nacht. 

Morgen die Brunsbüttel Schleuse und dann die Elbe runter nach Cuxhaven. Nordsee – wir kommen! Um die ablaufende Tide in der Elbe zu erwischen, klingelte der Wecker um 5:00 Uhr in der Frühe.

Frühmorgens starten wir bei angenehmen Temperaturen und dem schon bekannten Vogelgezwitscher vom Kanalufer. Heute glaube ich sogar eine Nachtigall gehört zu haben.

In Brunsbüttel mussten wir nicht lange auf die Schleusung warten. Ich hatte arge Bauchschmerzen …

Aber dann lief zum Glück alles reibungslos ab und wir schleusten kurz nach 8 gemeinsam mit einem Frachter und etlichen Segelbooten in die Elbe. Auf dem Kurs nach Cuxhaven können wir die Strömung des ablaufenden Hochwassers ausnutzen und nur mit Genua bei schwachem Wind mit bis zu 8 Knoten segeln.